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U2 – live – Vienna – 2010/08/30

Über dieses Konzert gibt es wohl eher wenig zu sagen, rund 70 000 Menschen verirrten sich ins Ernst Happel Stadion, U2 konstruierte ein Technisches Phänomen das von ca. 170 Trucks transportiert wird. Musikalisch möchte ich über U2 nicht zu viele Worte verlieren es ist für mich weder emotional geladen wie Leonard Cohen, noch grandios wie Colosseum, geschweige denn dass die Texte für mich Kritik bergen würden wie jene von Konstantin Wecker und etwas „neues“ wie Attwenger bieten die Herren auch nicht. Solider Pop-Rock, oder wie es von einem Freund von mir genannt wurde, Fahrstuhlmusik.

Die Show der Iren war jedoch Wahnsinn, da kann man nicht daran rütteln. Ober der Bühne eine 360° Video Wall, Rund um die Bühne noch ein Kreis, auf dem übrigens die Amensty Freiwilligen Ihre Fackeln plazierten, der Werbewert für AI ist allerdings anzweifelbar. Die Lautstärke war, das hat mich etwas Verwundert gar nicht mal so übertrieben, es war ohne Gehörschutz sogar erträglich, auch wenn es nicht mein Musikgeschmack ist.

Egal, das Konzert ist in meinen Augen keinen Cent wert, allein deswegen weil U2 immer wieder für Copyright, Flatrate etc. eintritt. Die Show die geboten wird, an technischem Schnick Schnack, Herumgelaufe auf der Bühne etc. ist vielleicht sogar die 60€ Eintritt wert die man für dieses Spektakel zahlt.

Setlist oder ähnliches gibts bei diesem Konzert leider nicht, da für mich alle Nummern gleich klingen und ich das Konzert nicht wirklich als Konzert genießen konnte, da AI am Ende noch den „Fackelauftritt“ hatte.

Mono & Nikitamann – Live – Bildein – 2010-08-14

M&N einer der Acts warum ich die Reise zum pictureon in Bildein antrat. Für viele völlig Unverständlich, weil diese Art von Musik nicht in mein sonstiges Repertoire passt, was haben M&N neben Colosseum, Konstantin Wecker, Maceo Parker, Leonard Cohen etc. verloren. Von vielen werden Sie als Pop abgestempelt, finde ich glatt ein bisschen voreilig. Mono und Nikitamann haben hauptsächlich Texte mit einer Message, wollen die Welt verbessern, verkaufen über ein Independent Label etc.

Die Musik von Mono & Nikitamann ist wohl weniger ansprechend, es fällt teilweise wirklich unter Pop, einfacher musikalischer Aufbau, nicht viel dahinter, aber M&N bieten Party! Und das haben sie auch bei diesem Festival geboten. Kritikpunkt, die Show ist einstudiert, Christoph & Lolo wirkten da wesentlich natürlicher, aber ich denke mal bei so einer Größe von Veranstaltung bzw. bei so großem Publikum ist es dann schon richtig schwer mit dem Publikum zu kommunizieren und wirklich Spontan zu handeln. Außerdem, vermutlich haben alle Artists ihre Shows bis ins letzte durchplant.

Auch wenn bei diesem Video wesentlich mehr Leute im Publikum sind, das können M&N. Vermutlich litt die Stimmung am Pictureon auch, weil der Übergang von Life of Agony auf Mono und Nikitamann ein wenig Brutal war. Und das Wettter trug vermutlich auch seinen Teil zu dem Erlebnis bei, es war zwar nicht mehr verregnet, aber die Stimmung war noch immer ein bisschen Unwetter-Warnung.

Mir hat Mono und Nikitamann gut gefallen, es ist Partymusik mit kritischen/sinnvollen Texten und somit ziemlich genau etwas für mich. Sie erinnerten mich und das restliche Publikum auch daran, dass es sich bei diesem Festival um ein grenzenloses Festival handelte, und zwar nicht nur geografisch, hatte man einen Platz gefunden der dies unterstrich, auch musikalisch hatten die Veranstalter einen Spagat auf getan, von der kleinen Österreichischen Band die einen Contest gewonnen hat über Colosseum, M&N bis hin zu „one-hit-wonders“ wie Papa Roach.

Colosseum – Live – Bildein – 2010-08-14

Das Wochenende am Pictureon verbracht, jede Menge Menschen gesehen, so manche_n getroffen und die eine oder andere Band gesehen. Die erste Band die ich einsog war Colosseum. Diese Band habe ich ja bereits ein gutes Monat davor in Wien gesehen. Damals war ich von der Performance der Herren und Damen alles andere wie begeistert. Sie wirkten chaotisch nicht zusammen gespielt, teilweise einfach schon zu alt für eine kompakte Blues-Jazz-Rock-Show. Aber scheinbar sind sie jünger geworden, oder haben sich meine Kritik zu Herzen genommen.

Der Auftritt in Bildein war zwar verhältnismäßig Kurz mit ca 70 Minuten, das war aber unter anderem dadurch begründet, dass ein Unwetter aufzog und das Festival unterbrochen wurde. Die Stimmung im Publikum war wie noch nie auf einem Colosseum Konzert, es waren Jungspunde im Publikum, nicht das sonst gewohnte gut situierte Publikum mittleren Alters. Und die Jungen gehen eher mit als die Alten. Die Zugabe wurde vom Publikum eingefordert, lautstark!

Phasenweise vermittelte Speziell Clem Clepmson den Eindruck als würde er mit Mark Clarke oder Barbara Thompson im Klinsch stehen und es wurde hin und her Gestikuliert, aber die musikalische Präsentation der Band war um Welten besser als in Wien und so konnte man als Zuseher auch schnell die dunklen Seiten des Auftritts übersehen.

Speziell Barbara Thompson ist zu loben, sie hat bei diesem Konzert ungefähr 200% vom letzten gespielt und diesmal konnte ich kaum mehr „Hacker“ ausmachen, sie wirkte auch auf der Bühne viel vitaler.

Tolles Konzert bei einem tollen Festival, beides empfehlenswert.

Konstantin Wecker – Live – Gleisdorf – 2010-08-07

Am 7. August 2010 war Konstantin Wecker wieder einmal zu Gast in Gleisdorf. Alle Interessenten wurden ins Forum Kloster gebeten. Man mag es kaum glauben, aber es waren mehr Interessenten als man vermuten mag. Immerhin ist Wecker 1947 geboren und doch schon 63(!) Jahre alt. Und seine goldenen Zeiten hat er wohl auch schon länger hinter sich. Trotzdem war das Forum Kloster in Gleisdorf fast ausverkauft. zwischen 400 und 500 Konzertgäste, ein voller Erfolg für die Veranstalter und den Künstler.

Die Freude am Spiel konnte man Konstantin Wecker durchaus ansehen, er lobte den Saal, und vor allem spielte er die zweite hälfte fast 2 Stunden! Und das nach einer ersten Hälfte die auch schon eine Stunde gedauert hatte. Seine Publikumsinteraktionen hat er, seit ich ihn das letzte mal gesehen habe(2005) ausgebaut, er ging 2 mal ins Publikum, spazierte im Publikum herum und besang das Publikum von der letzten Reihe.

Im Forum Kloster hab ich das Glück ein wenig hinter die Kulissen schauen zu dürfen und wenn ich das nicht alles komplett Falsch eingeschätzt habe waren die Veranstalter mit Konstantin Wecker und dem Konzert, bzw. der Anzahl der Besucher sehr zufrieden. In der ersten Hälfte gab es Beschwerden über den Ton, nach der zweiten Hälfte kamen die gleichen Konzertgäste die sich davor beschwert hatten und lobten den Ton, Konstantin Wecker hatte übrigens seinen eigenen Tontechniker mit, dem Team vom Forum Kloster Gleisdorf ist daher diesbezüglich kein Vorwurf zu machen.

Die Lichttechnik, sowie das Lichtmischen wurde vom Team des Forums gemacht und wieder einmal wirkte es als wäre es von einem mitgebrachten Techniker gekommen der jede Bewegung, jedes Lied, jeden Ton schon vorab kannte.

Es war auf jeden Fall ein schwerst sehenswertes Konzert, Konstantin Wecker hatte, so man verschiedenen Äußerungen glauben konnte einen guten Tag, und er unterstrich das als er mir, auf mein „betteln“ hin eines seiner Bücher schenkte. Danke nochmal an dieser Stelle.

Leonard Cohen – Live Graz – 2010-07-28

Endlich war es soweit, das Konzert des Sommers für mich, Leonard Cohen live in Graz. Nachdem ich ihn letztes Jahr in Budapest sehen durfte und sich dieses Jahr die Möglichkeit in Graz anbat, konnte ich nicht wiederstehen, die 87€ war er mir allemal wert und wird er mir auch in Zukunft wert sein. Vielleicht nicht dieses Jahr, aber mit etwas Glück gibts eine Leonard Cohen Tour 2011, da werde ich mich dann aber wohl wieder ins Ausland bewegen um ihn zu sehen, Zagreb kosteten die Karten nur 47€ Budapest letztes Jahr 44€ und warum nicht ein tolles Konzert mit einer Städtereise verbinden?

Vorweg sei noch gesagt es war ein Sitzkonzert, es gab keine(!) Stehplätze und es war auch nicht wirklich vorgesehen, dass das Publikum irgendwo stehen, tanzen, singen konnte. Die erste Konzerthälfte hielten sich alle an die Vorgabe des nicht Bewegens. Die zweite Konzerthälfte war das jedoch nicht mehr haltbar. Ich sehe mich als Mitbegründer der Steh- und Tanzbewegung auf diesem Konzert. Hinter dem ersten Abschnitt von Sitzplätzen sondierte sich mit mir eine Gruppe die es vorzog zu stehen oder zu tanzen.

Als Kritiker könnte ich kurz sagen das Konzert war nicht weiter aufregend, die Setlist ähnelt jener von Budapest 2009 sehr und somit dem Konzert von 2008 in London, das es ja als CD und DVD gibt. Das darf man aber, so finde ich, sehr positiv sehen, er brachte alle seine großen Hits und spielte über 2(!) Stunden, man darf nicht vergessen Cohen ist bereits 75! Die Bühnenshow, so man von einer solchen sprechen kann bestand wenn man so will aus einem Rad das die Webb-Sisters schlugen. Deren Stimmen übrigens beeindruckend sind. Vielleicht werden Sie nach Leonard Cohen in seine Fußstapfen treten, mit einem Background-Chor von tiefen Männerstimmen.

Das Publikum war von allen Nummern hingerissen, wirkte aber auf mich trotzdem, vor allem aufgrund der „Sitzerei“ etwas gelangweilt bzw. unbegeistert. Gegen Ende hin, als alle Erkannten es ist bald vorbei und er anfing Zugaben zu spielen, tauten wir Österreicher aber doch noch auf und wagten es aufzustehen, mit zu tanzen und bei „So Long Marianne“ gingen wir sogar soweit dass wir mit sangen.

Was bleibt noch über das Konzert zu sagen? Es war berauschend, die Klangwolken die auf gebaut wurden, seine Stimme, die Stimmen der Webb Sisters und die Stimme von Sharon Robinson begeisterte mich dieses mal auch, selbst den Reiz der Nummer „Boogie Street“ konnte ich entdecken. Die Restliche Besetzung will ich jetzt namentlich nicht aufzählen, nicht dass Sie es nicht verdient hätte, aber man kann zu allen Informationen nachlesen auf leonardcohenfiles.com, sie hat sich seit 2008 nicht geändert.

Die Lichtshow ist wohl bei jedem Konzert von Leonard Cohen ein Highlight, es ist keine wilde, aufregende, Lichtshow wie man sie von „The Australian Pink Floyd Show“ kennt, es sind Stimmungsbilder. Orange, Rot, Blau, Violett sind die Farben die eingesetzt werden, ein Lob an den Lichttechniker der sich das einfallen lässt.

Ein Konzertgast meinte zu mir, dass Leonard Cohen einen klassischen Gentleman repräsentieren würde, dem kann ich mich nur anschließen, und möchte aber noch beifügen, dass sein Konzert, seine Musik, seine Stimme und alle Beteiligten die Welt für ein paar Stunden massiv verschönern wenn nicht sogar verbessern können.

Ich kann nur allen die sich das Konzert entgehen ließen nahe legen seine Tour Dates zu prüfen und zumindest den Besuch im Steinbruch in St. Margarethen zu überlegen. Es sind auch noch in den Umliegenden Ländern Konzerte auf dem Plan, diese dürften teilweise billiger sein.

Setlist Leonard Cohen Graz 2010-07-28
Setlist Leonard Cohen Graz 2010-07-28

UPDATE: Videoplaylist von Graz die auf Youtube zu finden waren.


Attwenger – Live – Graz – 2010/07/08

Am 8. Juli spielten nach Texta auch Attwenger am Hilmteich in Graz. Das Attwenger Konzert war für mich noch Reizvoller als das Texta Konzert. Die Mischung aus Volkstümlich und Pop, Rock, Experimental… und das ganze dann auch noch Live. Der Übergang von Texta zu Attwenger war mit dem gemeinsamen Titel „Schaun“. Bereits in der ersten Nummer die von Texta alleine war kam ein riesiges „Quetschn-Solo“ das das Publikum zum abgehen brachte.  Vor der nächsten Nummer „Bam“ wurde wieder aufgefordert den Abgrund zwischen Bühne und Publikum zu schließen und interessanter weise reagierten wir dieses mal und schlossen auf.

Die Gleichgültigkeit der Ansagen zwischen den Nummern war Faszinierend, als wären die Beiden komplett negativ angetan, dass Sie hier in Graz auftreten durften. „Eis kennts a so uma gehn wenns wuids..“ war eine der Aussagen vor dem Song „wama liaba weama sogn song“. Als Anspielung auf die Tanzeinlage der ortsansäßigen Tanzschule bei der Nummer „Kabinenparty“ von Texta.

Die Soli mit der Maultrommel waren für mich die Höhepunkte und wenn ich mich an die Stimmung zurück erinnere waren sie das auch für einen großteil des Restlichen Publikums.  Fortgesetzt wurde mit „Eam oba ned Mia“ leider weiß ich jetzt nicht mehr ob es „eam“ oder „mir“ war, die Nummer wurde dann zu einem Medley umgearbeitet mit „Drum Solo“ als Höhepunkt.

Sehr interessant war auch auf einmal „It ain’t no Sunshine“ und anderen NichtAttwenger Nummern als kurzer teil des Medleys. Auch die Nummer Dog animierte das Publikum zum mitschreien und mitspringen. Gesamt hielten Attwenger etwas über 60 Minuten durch. Danach mussten Sie das Konzert leider seitens des Veranstalters beenden.  Hans-Peter Falkner kam zwar noch einmal auf die Bühne und wollte unplugged spielen, Markus Binder stieg ihm da leider nicht mehr darauf ein.

Unterm Strich ist es ein Wunderbares Konzert gewesen. Im Video kann man nochmal sehen wie Attwenger sich live Gleichgültig zeigt. Die Nummer spielten sie übrigens in Graz nicht.

Jethro Tull – Live – Vienna – 2010/07/02

Kurz gesagt? Ein Hammer Konzert! Okay das wär jetzt ein bisschen viel wenig für einen Blog Eintrag auf blog.leningratt.at. Die Bandgeschichte von Jethro Tull kann jeder Wikipedia entnehmen.

Nach dem etwas zerhackten Konzert von Colosseum kam nach einer Umbau Pause in der wir/ich Menschen vom Nachbarshügel kennen lernte Jethro Tull auf die Bühne.  Da ich vom letzten auftritt von Jethro Tull eher enttäuscht war(2007 oder 2008) erwartete ich mir so gut wie nichts.

Und Sie begeisterten, nicht nur den Typen links von mir, der offensichtlich an Trunkenheit litt und seine Überschwänglichkeit mit uns allen durch sein Gebrüll an den unpassendsten Stellen teilen musste, sondern auch mich und meine BegleiterInnen. Einerseits war es ein Konzert bei dem nicht nur ein „Best Of Album“ gespielt wurde sondern auch Nummern die wohl dem Großteil des Publikums(inklusive mir) unbekannt waren und andererseits verzichtete Ian Andreson nicht darauf größen wie Locomotive Breath, Aqualung, A new Day Yesterday… zu bringen um das Publikum bei Laune zu halten. Mich hatten Sie spätestens bei der 4. Nummer auf Ihrer Seite, „16. Jh – King Henry VII – Past Time in Good Company“, als Rock Nummer gebracht, wirklich hörenswert!

In Wien war die Nummer leider ohne special Guest.

Am Faszinierendsten war für mich der gewaltige Unterschied in der Performance verglichen mit Colosseum. Jethro Tull ist mehr als eine Rock Band, Jethro Tull hat eine Gesamtperformance. Jede Note, jede Bewegung, alles scheint bis auf die hundertstel Sekunde genau getimed zu sein und wirkt trotzdem spontan. Jeder Musiker, außer Martin Barre spielt mehr als ein Instrument.

Ich kann allen nur empfehlen diese Tour von Jethro Tull zu besuchen den Tourplan könnt ihr Hier entnehmen. Die Setlist wird auch für dieses Konzert noch nachgeliefert, leider hab ich Sie vom Setlistfänger noch nicht digital bekommen.

UPDATE:
Setlist JETHRO TULL:

Nothing Is Easy
Beggar’s Farm
A New Day Yesterday
Pastime With Good Company
Tick As A Brick
Songs From The Wood
Bouree
Hare In The Wine Cup
A Change Of Horses
The Whistler
Farm On The Freeway
My God
Aqualung
—-
Locomotive Breath
Teacher

Colosseum – Live – Vienna 2010/07/02

Am 2. Juli 2010 Spielten Colosseum Ihr erstes Konzert nach einer längeren Pause in der Arena in Wien, quasi als Vorband für Jethro Tull. Wir fuhren zu dritt nach Wien um uns an der Musikalität der Herren von Colosseum zu ergötzen oder wie wir später fest stellten, der wohl, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, letzten Tournee dieser Band bei zu wohnen. Immerhin wird Chrsi Falrowe dieses Jahr 70 Jahre alt und der Jüngst(Mark Clarke) wird dieses Jahr 60 Jahre alt.

Mich konnte Colosseum dieses mal nur kaum begeistern, es war zwar das erste Konzert nach einer längeren Pause und somit war irgendwo klar, dass das Zusammenspiel, die freien Improvisatinonen, das Spiel miteinander noch nicht so funktionierten wie beim letzen Auftritt den ich von Colosseum 2007(wenn ich nicht komplett falsch liege) gesehen habe, aber dass dieses Markenzeichen von Colosseum zur gänze verloren schien trübte die Konzertlaune schon ein wenig. Erschreckend war auch die Fitness von Barbara Thompson(geb. 1944), wirkte sie das letzte mal noch ganz frisch, sah man ihr dieses mal die 66 Jahre mehr als an. Sie wirkte Phasenweise zu schwach das Saxophon zu halten, ihre Koordination schien es ihr schwer zu machen das Mundstück mit ihren Lippen zu umfassen und irgendwie zitterte ich davor dass Sie jeden Moment zusammen brechen würde.

Aber irgendwann gegen Ende fand die Band dann zu ihrem Spiel und auch Clem Clempson entdeckte die Funktionalität seiner Lachmuskulatur wieder, wie man die Gitarre bedient wusste er übrigens das ganze Konzert, er war einer bei dem mir kaum Fehler auffielen, kann aber auch daran liegen, dass ich einfach ein schlechter Kritiker bin. Die letzten 3 Nummern (inklusive Lost Angeles) waren mehr als sehenswert und machen vielleicht die Reise am 13.8.2010, sofern da noch alle leben, nach Bildein(Burgenland) erforderlich. Und wer da schon etwas vor hat, Colosseum spielt auch im November noch einige male in österreichischen Breiten.

Eine Setlist des Konzerts wird noch nachgereicht, selbige muss erst abfotografiert werden.

UPDATE – Setlist

    1. Come right back
    2. Morning Story
    3. I Can’t Live Without You
    4. Theme for an Imaginary Western
    5. Walking in the Park
    6. Stormy Monday Blues
    7. Tomorrows Blues
    8. The Valentyne Suite: January’s Search
    9. The Valentyne Suite: February’s Valentine
    10. The Valentyne Suite: The Grass Is Always Greener
    11. Encore:
    12. Jon Hiseman Solo
    13. Lost Angeles

Suzanne Vega – Live Graz – 2010/06/30

Gestern war es soweit, die Konzertsaison hat für mich begonnen. Als Eröffnende Band wurde Suzanne Vega in Graz besucht.

Suzanne Vega Live (Foto by bird Ghost)
Suzanne Vega Live (Foto by bird Ghost)

Viele kennen Suzanne Vega nicht, wissen aber wer sie ist wenn man ihnen „Tom’s Dinner“ vorpsielt oder auch nur vorsummt. Immerhin ist es eine der markantesten Melodien der letzten 30-40 Jahre. Aber um jemanden zu überreden auf ein Konzert zu gehen ist die Nummer dann auch wieder ein bisschen wenig. Und so kam es, dass ich das Konzert alleine besuchte.

Bei der Vorband, deren Name leider nicht mehr einfällt, schien das ganze noch ein Flop zu werden. Vor der Bühne hatten sich 20 Leute eingefunden und der rest der Kasematten war mehr oder minder leer. Das Publikum war zwischen 14 und 60, die große Masse, der ZuseherInnen war zwischen 30 und 40, ich zählte mich ein weiteres mal zum jüngeren Teil des Publikums.

Aber zum Konzert an sich, es war ein solider Auftritt, für mich nicht das Konzert schlechthin, aber aus der ersten Reihe wirkte Suzanne Vega doch ganz natürlich, sie schien selbst Tom’s Dinner trotz all der Jahre und der hunderten Performances noch zu genießen, der Song kam übrigens als letzter vor der Zugabe und das Publikum ging ganz gut mit. Aber zum Mitsummen und gleichzeitigen Klatschen reichte es leider nicht.

Sie trat mit einem Gitarristen und einem Schlagzeuger auf, brachte aber manche Nummern auch alleine. Da ich auf der Seite des Bassisten stand und dessen Verstärker auch bei mir stand hatte ich den Eindruck als wäre die ganze Band sehr Basslastig, und immerhin war es auch der Bass der den Rhythmus vorgab, er macht das übrigens wunderbar!

Die krönende Nummer war für mich übrigens „The Queen and the Soldier“ wenngleich sie auf das hohe „uuuhuuuhuhuuhuhuhu“ verzichtete, diese Nummer ist ergreifend.

Der Abend wurde für mich durch das Treffen zweier „Niederbayern“ die Ihren Geburtstag in Graz feierten zu etwas besonderem. Ein Pärchen und Sie  wurde am Dienstag 50, alles Gute nochmal und nach dem Konzert zwei Kroatinnen, die für Suzanne Vega von Zagreb nach Graz gekommen waren, Respekt!

Schade bleibt, dass Suzanne Vega relativ wenig Aufmerksamkeeit in Graz bekam. Denn die Besetzung, zwei Gitarren ein Bass eine Stimme, allein das war schon Sehens-wert, ihre Stimme Hörens-wert und das Publikum Treffens-wert.

Unterm Strich gibt es 4 von 5 Sternen für den Artist und 4 von 5 Sternen fürs Publikum, weil wir Tom’s Dinner nicht ordentlich mit gesummt haben.

UPDATE: Aufzeichnungen gesichtet! Danke an Sara und Lucija!