Unlängst hat eine Freundin zu mir gesagt sie müsste in Wien die SPÖ wählen, weil die Grünen sich so zerstretten hätten und weil sonst die FPÖ zu stark werden würde. Die Angst einer zu starken FPÖ kann ich zur gänze nach vollziehen, dass die Grünen speziell in Wien als zerstrittene Streithanselpartie rüber kommen liegt mitunter an der mediallen Aufmerksamkeit die den Spaltern zugestanden wurde.
Aber warum in alles in der Welt schädigt es die SPÖ wenn die Grünen stark sind? Angenommen jetzt die SPÖ verliert 10% der Stimmen und diese 10% wählen Grün. Für die SPÖ wär die absolute Mehrheit endlich weg und Häupl und Co müssten endlich anfangen auf die Vorschläge anderer Parteien ein zu gehen und die Grünen könnten Ideen, die im Grünen Lager ja scheinbar für zwei Parteien reichen einbringen.
Und selbst wenn die SPÖ jetzt nur mehr 35% hat und die FPÖ knappe 30% schafft, wenn die Grünen dann noch 20% ins Rennen werfen wäre eine Rot-Grüne Koalition möglich. Und Wien könnte vermutlich in den nächsten Jahren einen frischen Wind spüren. Die VP lassen wir in Wien mal außen vor.
Aber jetzt spielen wir die Gegenprobe. Angenommen die ganzen unentschiedenen entscheiden sich für die SPÖ weil Wien ja eigentlich eh ganz Okay ist und das wichtigste die Verhinderung des Bürgermeister Straches ist. Die SPÖ schafft wieder 50+% die Grünen werden weiter bei ca 10% herum dümpeln und die FPÖ schafft es auf 30%. Die 30% der FPÖ Wähler sind aber bereits unzufriedene, deren Zufriedenheit natürlich durch die nicht beteiligung der FPÖ nicht wachsen wird, ganz im Gegenteil, es wird weitere unzufriedene geben und irgendwann stellt dann wirklich die FPÖ eine Mehrheit.
Das einzige wie man dem gegenwirken kann ist ein frischer Wind und diesen Frischen Wind können in Wien nur die Grünen bringen!
Nachdem in Wien und der Steiermark bald Landtagswahlen sind und viele jugendliche immer wieder die Verlockung empfinden FPÖ zu wählen möchte ich hier nochmal die Wirtschaftskompetenz der Freiheitlichen unterstreichen und besonders Hervorheben. Es sei mir verziehen, wenn ich hierfür ein Video verwende und mich der Worte Alexander van der Bellens bediene.
Und jenen denen das auch noch nicht reicht sei noch ein Best Of vom Karl Schwab, den Sinn seiner Sätze versteh ich leider nicht…
Hoffe alle Zweifel an der Inkompetenz der FPÖ nun ausgeräumt zu haben.
Über dieses Konzert gibt es wohl eher wenig zu sagen, rund 70 000 Menschen verirrten sich ins Ernst Happel Stadion, U2 konstruierte ein Technisches Phänomen das von ca. 170 Trucks transportiert wird. Musikalisch möchte ich über U2 nicht zu viele Worte verlieren es ist für mich weder emotional geladen wie Leonard Cohen, noch grandios wie Colosseum, geschweige denn dass die Texte für mich Kritik bergen würden wie jene von Konstantin Wecker und etwas “neues” wie Attwenger bieten die Herren auch nicht. Solider Pop-Rock, oder wie es von einem Freund von mir genannt wurde, Fahrstuhlmusik.
Die Show der Iren war jedoch Wahnsinn, da kann man nicht daran rütteln. Ober der Bühne eine 360° Video Wall, Rund um die Bühne noch ein Kreis, auf dem übrigens die Amensty Freiwilligen Ihre Fackeln plazierten, der Werbewert für AI ist allerdings anzweifelbar. Die Lautstärke war, das hat mich etwas Verwundert gar nicht mal so übertrieben, es war ohne Gehörschutz sogar erträglich, auch wenn es nicht mein Musikgeschmack ist.
Egal, das Konzert ist in meinen Augen keinen Cent wert, allein deswegen weil U2 immer wieder für Copyright, Flatrate etc. eintritt. Die Show die geboten wird, an technischem Schnick Schnack, Herumgelaufe auf der Bühne etc. ist vielleicht sogar die 60€ Eintritt wert die man für dieses Spektakel zahlt.
Setlist oder ähnliches gibts bei diesem Konzert leider nicht, da für mich alle Nummern gleich klingen und ich das Konzert nicht wirklich als Konzert genießen konnte, da AI am Ende noch den “Fackelauftritt” hatte.
Kurz gesagt? Ein Hammer Konzert! Okay das wär jetzt ein bisschen viel wenig für einen Blog Eintrag auf blog.leningratt.at. Die Bandgeschichte von Jethro Tull kann jeder Wikipedia entnehmen.
Nach dem etwas zerhackten Konzert von Colosseum kam nach einer Umbau Pause in der wir/ich Menschen vom Nachbarshügel kennen lernte Jethro Tull auf die Bühne. Da ich vom letzten auftritt von Jethro Tull eher enttäuscht war(2007 oder 2008) erwartete ich mir so gut wie nichts.
Und Sie begeisterten, nicht nur den Typen links von mir, der offensichtlich an Trunkenheit litt und seine Überschwänglichkeit mit uns allen durch sein Gebrüll an den unpassendsten Stellen teilen musste, sondern auch mich und meine BegleiterInnen. Einerseits war es ein Konzert bei dem nicht nur ein “Best Of Album” gespielt wurde sondern auch Nummern die wohl dem Großteil des Publikums(inklusive mir) unbekannt waren und andererseits verzichtete Ian Andreson nicht darauf größen wie Locomotive Breath, Aqualung, A new Day Yesterday… zu bringen um das Publikum bei Laune zu halten. Mich hatten Sie spätestens bei der 4. Nummer auf Ihrer Seite, “16. Jh – King Henry VII – Past Time in Good Company”, als Rock Nummer gebracht, wirklich hörenswert!
In Wien war die Nummer leider ohne special Guest.
Am Faszinierendsten war für mich der gewaltige Unterschied in der Performance verglichen mit Colosseum. Jethro Tull ist mehr als eine Rock Band, Jethro Tull hat eine Gesamtperformance. Jede Note, jede Bewegung, alles scheint bis auf die hundertstel Sekunde genau getimed zu sein und wirkt trotzdem spontan. Jeder Musiker, außer Martin Barre spielt mehr als ein Instrument.
Ich kann allen nur empfehlen diese Tour von Jethro Tull zu besuchen den Tourplan könnt ihr Hier entnehmen. Die Setlist wird auch für dieses Konzert noch nachgeliefert, leider hab ich Sie vom Setlistfänger noch nicht digital bekommen.
UPDATE: Setlist JETHRO TULL:
Nothing Is Easy
Beggar’s Farm
A New Day Yesterday
Pastime With Good Company
Tick As A Brick
Songs From The Wood
Bouree
Hare In The Wine Cup
A Change Of Horses
The Whistler
Farm On The Freeway
My God
Aqualung
—-
Locomotive Breath
Teacher
Am 2. Juli 2010 Spielten Colosseum Ihr erstes Konzert nach einer längeren Pause in der Arena in Wien, quasi als Vorband für Jethro Tull. Wir fuhren zu dritt nach Wien um uns an der Musikalität der Herren von Colosseum zu ergötzen oder wie wir später fest stellten, der wohl, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, letzten Tournee dieser Band bei zu wohnen. Immerhin wird Chrsi Falrowe dieses Jahr 70 Jahre alt und der Jüngst(Mark Clarke) wird dieses Jahr 60 Jahre alt.
Mich konnte Colosseum dieses mal nur kaum begeistern, es war zwar das erste Konzert nach einer längeren Pause und somit war irgendwo klar, dass das Zusammenspiel, die freien Improvisatinonen, das Spiel miteinander noch nicht so funktionierten wie beim letzen Auftritt den ich von Colosseum 2007(wenn ich nicht komplett falsch liege) gesehen habe, aber dass dieses Markenzeichen von Colosseum zur gänze verloren schien trübte die Konzertlaune schon ein wenig. Erschreckend war auch die Fitness von Barbara Thompson(geb. 1944), wirkte sie das letzte mal noch ganz frisch, sah man ihr dieses mal die 66 Jahre mehr als an. Sie wirkte Phasenweise zu schwach das Saxophon zu halten, ihre Koordination schien es ihr schwer zu machen das Mundstück mit ihren Lippen zu umfassen und irgendwie zitterte ich davor dass Sie jeden Moment zusammen brechen würde.
Aber irgendwann gegen Ende fand die Band dann zu ihrem Spiel und auch Clem Clempson entdeckte die Funktionalität seiner Lachmuskulatur wieder, wie man die Gitarre bedient wusste er übrigens das ganze Konzert, er war einer bei dem mir kaum Fehler auffielen, kann aber auch daran liegen, dass ich einfach ein schlechter Kritiker bin. Die letzten 3 Nummern (inklusive Lost Angeles) waren mehr als sehenswert und machen vielleicht die Reise am 13.8.2010, sofern da noch alle leben, nach Bildein(Burgenland) erforderlich. Und wer da schon etwas vor hat, Colosseum spielt auch im November noch einige male in österreichischen Breiten.
Eine Setlist des Konzerts wird noch nachgereicht, selbige muss erst abfotografiert werden.
Kurz ein Schimmer der Hoffnung auf meiner Twittertimeline, dann wars auch schon wieder vorbei. Klingt jetzt unspektakulär und übertrieben, aber ich glaub wenn ich mich sofort in einen Zug gesetzt hätte wär ich in Wien angekommen im Regen und die Räumung wäre bereits über die Bühne gegangen gewesen.
Kurz die Fakten: Laut meiner Twitter Timeline wurde das Audimax um ca 18:00 besetzt, nachdem davor das Rektorat der Uni Wien kurz besetzt war. Grund für den Radau war, so wie ich das heraus gelesen habe, dass der C1 für Studierende gesperrt wurde, die Schlösser wurden ausgetauscht. Begründung des Rektorats: “Der Bedarf war nicht mehr erkennbar.” Scheinbar hat sich das Rektorat der Uni Wien da aber getäuscht, zumindest war der Bedarf so massiv, dass das #Audimax sowie das #Rektorat kurz darauf gestürmt wurden.
Der “Oberst” der Uni Wien lies aber sofort nach der Besetzung(18:00) durch die Staatsgewalt räumen(ca 19:30). Zur Studienzeit des Rektors hätte es das vermutlich nicht gegeben. Auch im Herbst vergangenen Jahres war das für viele noch unvorstellbar, aber im Jahr 2010 wo das Bildungsministerium in der Starken Hand einer Steirerin ist, ja ich schäme mich, scheint das eine angemessene Handhabe gegen Protest zu sein.
Heute wird die intellektuelle Elite von morgen nieder geprügelt, unsere PolitikerInnen, unsere Rektoren, die heutigen Führungskräfte vergessen, dass die Generation, welche heute per Polizei entfernt wird, wie es in Diktaturen Gang und Gebe ist, bereits morgen das politische Ruder übernehmen könnte.
Und jetzt ein kleiner Ausblick was unsere jetzigen Führungskräfte morgen erwarten könnte. Vielleicht eine Mahnung?
Politiker-Pensionen werden gekürzt und auf ein Mindestmaß reduziert, oder wie wir es nennen werden, an die Leistungen zur aktiven Zeit angepasst. Auch so mancher Uni-Rektor wird die, leider notwendigen, Sparmaßnahmen spüren, da sein Vorgehen als “Machthabender” als undemokratisch eingestuft wird.
Die Führungsriege der ÖVP und SPÖ wird auf Schadensersatz im Namen der Volkswirtschaft verklagt. Die RichterInnen durften zu Ihrer Studienzeiten die unmittelbaren Folgen der Bildungs- und Wissenschaftspolitik jener Verantwortungsträger spüren. Sie mussten andere aus dem Studium kicken um selbst einen Abschluss zu erlangen und werden noch immer von Schuldgefühlen geplagt. Es wird als angemessene Entschädigung empfunden, die Privatvillen und Autos von Faymann, Pröll, Karl, Hahn & Co um zu widmen. So werden aus den Villen selbst verwaltete Studentenheime und aus den Autos Taxis für minder bemittelte Studierende.
Es sei denn, wir vergessen bis dahin was uns widerfahren. Und es geht gleich oder noch schlimmer weiter.
Und was uns auf dem Weg dorthin noch bevor steht? Hunderte klein und kleinst Demonstrationen, Kurzbesetzungen, Proteste und zig-tausende Twitter und Facebook Meldungen. Eine längerfristige Besetzung wie im Herbst 2009 wird es wohl kaum mehr geben, polizeilich wird da vermutlich in Zukunft, nachdem die Hemmschwelle endgültig weg ist, einfach schneller reagiert oder vielleicht wird auch ein beträchtlicher Teil des Uni-Budgets für Sicherheitskräfte ausgegeben, die dafür sorgen, dass keine Studierenden auf den Unis sind.
Mir stellt sich leider die Frage ob ich von meinem Land weiterhin behaupten soll dass es sich um eine Demokratie handelt, ich werde wohl in Zukunft Österreich eher als “eine westliche Diktatur” bezeichnen (müssen).
Am 25.03.2010 findet in Wien ein Lichtertanz gegen Rosenkranz statt. Details siehe Facebook. Dass eine Bundespräsidentin Barbara Rosenkranz nicht tragbar ist steht wohl außer Frage. Wenn jemand sich für die Abschaffung des Verbotsgesetzes einsetzt ist das für mich durchaus noch vertretbar, denn solange es sich lediglich um eine Meinung handelt darf sie den Menschenrechten zufolge auch geäußert werden. Aber…
“Ich habe das Wissen, dass ein Österreicher, der zwischen 1964 und 1976 in österreichischen Schulen war – das ist also mein Wissen von der Geschichte, und daran habe ich überhaupt keine Änderung vorzunehmen.” (derstandard.at)
… ist eine Aussage die einer Kandidatin für das höchste Amt unserer Republik nicht würdig ist! Ich kann mich noch erinnern wie ich dieses Interview im Ö1 Morgenjournal hörte und es kaum fassen konnte. Da bewirbt sich doch glatt eine Dame für das repräsentativste Amt Österreichs und behauptet Ihr Geschichtliches Wissen übersteigt Ihr Grundschulwissen nicht. Es mag gehässig und arrogant klingen, aber ich denke doch, dass es für dieses Amt erforderlich ist einen gewissen Wissensstand vorweisen zu können und dieser Wissensstand sollte zumindest die jüngere Geschichte(~100 Jahre halte ich für realistisch) der Republik die man repräsentiert umfassen.
“Wir müssen uns unserer Verantwortung für die Geschichte bewusst sein.”(derstandard.at)
Ausnahmsweise muss ich der bürgerlichen Mitte recht geben, wenngleich ich erst an die Mündigkeit der Wähler glaube wenn Frau Rosenkranz und die hinter Ihr stehende FPÖ für ihre Ignoranz desaströsen Wahlergebnissen(!) ab gestraft wurden. So lange bleibt nur zu hoffen dass sich der ÖVP Generalsekretär Fritz Kaltenegger nicht irrt.
Mir persönlich wird eine Teilnahme an der Demonstration leider aus mehreren Gründen(Universität, Arbeit) leider nicht möglich sein, ich werde jedoch eine Kerze ins Fenster stellen um zu beweisen, auch die Landjugend ist mit “so etwas” nicht einverstanden.