Das Problem sind die Österreicher

Das Problem sind nicht die Ausländer, das Problem sind die Österreicher. Die Ausländerthematik ist eines der schlimmsten Themen die es in unserer Gesellschaft gibt. Nur um ein paar Sätze zu zitieren, die mich immer wieder an das “Kellernazitum” in Österreich erinnern.

“Ich hab ja nix gegen Ausländer, wenn sie sich integrieren.”

“Ich hab ja nix gegen Ausländer, aber die die nur zum kassieren kommen…”

Und diverse Kommentare unserer lieben Schottermizzi lasse ich jetzt mal außen vor um mich und meine LeserInnen nicht unnötig aufzuregen.

Oft wird auch Kriminalität in wahllosen Zusammenhang mit Ausländern gestellt. Dieses Bild wird leider auch von unseren Medien unterstützt, hier einen besonderen Schuldigen zu nennen halte ich für überflüssig.

Ich halte die Migration an sich für kein Problem in Österreich. Allein der Fakt, dass Österreich “veraltet” rechtfertigt schon Zuwanderung im Sinne von Immigration, das wurde ja auch in den letzten Tagen von ÖVP und SPÖ eingestanden. Die beiden Regierungsparteien denken jedoch, dass sie in der Lage sind und das Recht haben zwischen nützlichen und unnützlichen Ausländern zu unterscheiden und so sieht es auch ein Groß der Bevölkerung, leider. Diese Menschenverachtende Einstellung dürfte wohl noch auf Monarchie und Kolonialismus zurück gehen, denn seit 1948 werden alle Menschen gleich an Würde und Rechten geboren.

Artikel 1

Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.(1)

Und so ich nicht irgendwo einen Artikel der Menschenrechte nicht verstanden habe, kann man diese Rechte auch nicht verlieren, schon gar nicht durch den Geburtsort oder das Geburtsland.

Österreich braucht, das ist selbst unseren Ausländerfeindlichen Freunden größten Teils bekannt Zuwanderer und Zuwanderinnen. Allerdings hat sich hier das Weltbild manifestiert, dass uns ein Auswahlverfahren zusteht. Wir nehmen uns das Recht alter kolonialistischer Herrscher, verachten die Menschenwürde und glauben wir könnten auf Basis der Erfahrung, Qualifikation usw. Menschen bewerten. Dazu möchte ich nochmal auf Artikel 1(siehe oben) hinweisen.

Aber mal ehrlich, möchtest du wenn du ins Ausland fährst bewertet werden nach dem was du kannst oder eben nicht kannst? Oder möchtest du gar danach bewertet werden wie weit dein Geburtsort entfernt ist? Oder vielleicht lieber nach der Geschichte deines Landes? Als Österreicher immer an deinem großen Führer gemessen werden?

Natürlich verstehe ich, dass wir alle ein bisschen Angst haben vor etwas was wir nicht kennen, ich habe auch ein mulmiges Gefühl wenn ich in eine dunkle Höhle gehe ohne Licht und noch nie in der Höhle war. Und dementsprechend wollen wir dass sich die Zuwanderer und Zuwanderinnen an uns anpassen, dass sie anfangen die gleiche Kleidung zu tagen, dass sie die gleiche Sprache sprechen, dass Sie Pizza(Süditalien) essen, Wiener Schnitzel(Oberitalien), Sachertorte(wirklich österreichisch), Kebap(Türkisch), Schweinsbraten(Tschechien,Bayern, Schweiz), Knödel(nicht ganz klar, aber nicht nur typisch österreichisch) und was wir Österreicher hald sonst so essen. Problem dabei? Die Speisen sind doch alle gar nicht österreichisch, zumindest kann man von keiner dieser Speisen behaupten Sie wäre rein typisch österreichisch, die meisten als typisch österreichisch angesehenen Speisen werden auch von unseren tschechischen Nachbarn gerne Konsumiert.

Aber zumindest die Kleidung sollten sie die gleiche tragen, sie sollten auch zum H&M gehen, der übrigens nicht in Österreich entstanden ist, oder zum Vögele, die Einrichtung von Ikea und das Auto von VW.

Und jetzt nochmal zur Höhle, selbst wenn ich das mulmige gefühl habe, trotzdem möchte ich wissen was sich in der Höhle verbirgt, was es da an neuem für mich gibt, was es da zu entdecken gibt. Und so ist es auch mit Kulturen, Nationalitäten, Bräuchen, ich möchte Wissen wie ein Inder isst, wie der Franzose spricht, wie der Libanese sich kleidet, eigentlich sollten wir dankbar sein, über jede_n Zuwanderer_in, dass uns die Reise in das ferne Land erspart bleibt um die Bräuche kennen zu lernen!

Posted on 13 August '10 by , under Nachgedacht, National, Politik. No Comments.

Wählen, aber Warum?

Bald ist es soweit, am 21. März diesen Jahres finden Gemeinderatswahlen in der Steiermark statt. Eine Rechtliche Wahlpflicht besteht nicht. Diese wurde 1992 in allen Bundesländern Österreichs abgeschafft. Eine moralische Wahlpflicht besteht in meinen Augen sehr wohl, dieser sind sich leider veile MitbürgerInnen nicht bewusst. Wie ich diese moralische Wahlpflicht begründe?

Seit 1896 besteht ein Wahlrecht für Männer, seit 1907 ein allgemeines Männerwahlrecht und seit 1919 (das liegt noch keine 100 Jahre in der Vergangenheit!) ein allgemeines Wahlrecht für Frauen. Wer seine Vorfahren nicht verachtet und auf ihre Gräber spuckt, der sollte diesen von ihnen gegen die Monarchie und später gegen die Diktatur gewonnen Kampf und das damit vergossene Blut ehren. Derjenige und Diejenige sollten ihren Vorfahren die Ehre erweisen und das Blut das sie vergossen mit Ihrem Kreuz bei freien Wahlen honorieren.

Andere Länder andere Sitten. In vielen Republiken der Erde besteht nach wie vor nicht die Möglichkeit frei zu wählen. Das wohl momentan populärste Beispiel für einen derartigen Missstand ist der Iran. Die Wahlen 2009 im Iran, welche von massiven Manipulationsvorwürfen begleitet waren, sind wohl den meisten noch in Erinnerung.  Es mag nun wohl ein wenig lächerlich klingen, wenn ich behaupte wir müssten Wählen um der iranischen Bevölkerung, der iranischen Opposition den Rücken zu stärken, dennoch denke ich, dass eine hohe Wahlbeteiligung bei demokratischen Wahlen in einer demokratischen Republik wohl durchaus als Zeichen für den Willen zur Demokratie gesehen werden können.

Wer sich von keiner der aktiven Parteien angesprochen fühlt, weil die einen zu weit Rechts sind die anderen zu weit Links und die dritten ja eh sowieso nichts ändern, der möge doch von seinem passivem Wahlrecht gebrauch machen. Aber nicht zu wählen ändert nichts! Wer die Zeit dafür nicht hat, sich als Kandidat oder als Partei für eine der Wahlen zu melden, der möge doch zumindest ungültig wählen gehen. Denn wer ungültig wählt teilt der “Herrschenden Elite” mit, dass er/sie nicht mit dem von ihr gestellten Angebot zufrieden ist.

Aber das wichtigste, jedeR der/die nicht wählen geht, möge an seine/ihre Vorfahren denken und sie um Verzeihung für seine Missachtung ihres Kampfes bitten.

Posted on 13 März '10 by , under National, Politik, Uncategorized. No Comments.

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