Immer wieder stelle ich fest dass Creative Commons kaum bekannt ist, dass es weder Kreativ aktiven Menschen noch Konsument_innen bekannt ist. Creative Commons oder auch die Abkürzung CC ist im Netzjargon soweit bekannt, allerdings scheinen sich bisher leider ausschließlich sogenannte Freaks dafür zu interessieren. Ich sehe mich jetzt mal damit beauftragt euch allen Creative Commons näher zu bringen.
Creative Commons ist eine Lizenzgebung die es mir und allen anderen ermöglicht Texten, Bildern, Musikstücken usw. unter selbige zu stellen und damit anderen das kostenfreie Nutzen zu gewähren. Aber ich kann aus verschiedenen Modulen wählen und dadurch auch nahe an das “Alle Rechte Vorbehalten” heran kommen.
Obige Tabelle wurde Wikipedia entnommen. Genau wie das folgende Bild, das in einem Spanischen Lokal hängt das nur Creative Commons Musik spielt.
Creative Commons Musik in einem Spanischen Lokal
Was ist jetzt aber der Sinn von Creative Commons? Ich sehe den Sinn darin, den Rechteriesen zu entkommen. Jede_r kann Musik, Text und Bild veröffentlichen ohne es unter Copyright zu stellen. Wenn ich zum Beispiel in einer Stadt war und ein Foto von einer Sehenswürdigkeit mache, und dieses Foto anderen zur Verfügung stellen möchte, aber meine Namensnennung wünsche, kann ich das Foto zum beispiel unter by Lizenz stellen, nachdem ich an meiner Fotografie nichts verdiene möchte ich möglicherweise dass auch niemand anders an diesem Werk verdient somit könnte ich by-nc setzen. Jetzt könnte aber jemand findig sein und es erneut veröffentlichen und dann kommerziell verwenden also möchte ich noch verankern dass es nur unter gleichen Bedingungen, sa weiter verarbeitet werden darf. Und wenn ich nun nicht möchte dass mein Werk verunstaltet wird kann ich die Bearbeitung auch noch untersagen nd . Eigentlich ein ganz einfaches Konzept.
Wo es Projekte mit Creative Commons Musik, Fotos und Texten gibt werde ich vielleicht ein andermal veröffentlichen. Jetzt werde ich es mal nur als Eigenwerbung verwenden. botschart veröffentlichen bisher unter CC und leningratt veröffentlicht auch unter CC und auf Wikipedia gibt es einige der größeren Projekte.
Am Montag dem 30. August war U2 Live in Wien, Amnesty International durfte, da Bono ja sozial engagiert ist Unterschriften für Petitionen gegen Zwangsräumungen sammeln. Soweit ein netter Zug von U2, das ganze wurde allerdings eingeschränkt, bestimmte Themen durften nicht verwendet werden, weil mit diesen Themen bereits die U2 eigene Charity Organisation “one” on Tour war. Ist aber auch noch nicht weiter schlimm, immerhin bringt es nichts wenn 2 mal für das gleiche gesammelt wird.
Ich nutzte die Gelegenheit und sprach auch den einen oder anderen Gesetzeshüter an, es waren ja mehr als genug von Ihnen da. Meist bekam ich eine klare Abfuhr, so in die Richtung Menschen(-Rechte) würden Sie auch in Ihrer Freizeit nicht interessieren, also in der Dienstzeit sowieso nicht. Aber wie in jeder Gesellschaftsgruppe gibt es auch bei den Polizisten den einen oder die andere positive Überraschung und diese waren es Wert von den anderen eine Abfuhr zu bekommen. Immerhin, wie viele Unterschriften wurden von Exekutivbeamten gesammelt?
Soweit so gut, Amnesty International begleitet U2 auf der 360° Tournee und ich durfte in Österreich mitwirken, eigentlich ganz schön positiv. Aber bisher gab es noch nie etwas wo ich einfach “Ja” sagen konnte, also wäre es doch äußerst verwunderlich wenn ich es diesmal könnte. Und somit sind wir bei der Kritik angekommen.
Zuerst rechnen wir mal mit U2 ab. Die irischen Rocker haben Ihr Finanzimperium nach Niederlande verlegt um Steuern zu sparen(siehe). Ziemlich komisches Verhalten für eine Band die sich doch so für das Wohl der Ärmeren und Benachteiligten engagiert, dem Umverteilungsprozess des Staates zu entfliehen, eigentlich fast schon pervers. Außerdem meldeten sich sowohl Bono als auch der U2-Manager immer wieder mit zweifelhaften Äußerungen zur Copyright Debatte. Mittlerweile sind die Herren so weit, dass sie sich für eine Flatrate einsetzen, wie die weitere Verteilung dann geschehen soll ist für mich nicht nur unklar sondern sogar unmöglich, so sie gerecht passieren soll. Warum sich die Gutmenschen von U2 mit Ihrem gesamten Reichtum noch nicht durchgerungen haben es Nine Inch Nails gleich zu tun ist für mich ein Rätsel, bzw. unterstreicht die Doppelmoral von Bono und Co. Erschreckend war für mich auch, dass die Mitarbeiter von Amnesty International, beim Fackelkreis der Abschließend gebildet wurde keine AI-T-Shirts tragen durften und sich soweit Zensurieren ließen dass Sie damit einverstanden waren, wo wir auch schon bei der Amnesty International Kritik wären.
Amnesty International ist natürlich eine NGO und versucht das beste zu machen was sie als NGO kann, trotzdem sollte wohl so mancher Mitarbeiter “Alles Ware” von Robert Misik lesen. Denn scheinbar ist den Mitarbeitern von Amnesty teilweise noch nicht klar, dass Sie der Markt sind, dass jede Ihrer Kaufentscheidungen Auswirkungen hat. Vielleicht würde es auch reichen wenn die AI Mitarbeiter ein Seminar von einem Greenpeace Mitarbeiter bekämen, immerhin macht Greenpeace seit Jahren Produkt-Kauf-Verweigerungen und ruft somit zum bewussten Konsum auf. Amnesty International kämpft gegen Zwangsräumungen und für Menschenrechte, und trotzdem bekomme ich von Amnesty dann eine “Jause” gestellt, bei der ich mir denke, die hättet Ihr besser im Laden lassen sollen, diesen Müll nehm ich nur gedumpstert. Schade dass die Bewusstseinsbildung der AI Mitarbeiter noch nicht so weit reicht, dass Sie nicht nur vom Guten Reden sollten sondern auch in der Kommerzkultur gutes tun sollten. Aber vielleicht rege ich ja hiermit den einen oder die andere zum Nachdenken an, denn Unterschriften Sammeln hat wenig Sinn wenn ich gleichzeitig die Firmen unterstütze die als Ursachen für dieses oder Ähnliche Übel erkennbar sind.
Amnesty International hat nur sehr beschränkte Finanzielle Mittel, aber gerade diese sollten bewusst eingesetzte werden. Und ich denke ich werde meine Spenden an AI abdrehen solange dies nicht der Fall ist. Vielleicht folgen diesem Beispiel ja mehrere und AI und seine Mitarbeiter sehen sich gezwungen nochmal drüber nach zu denken was sie mit meinem Geld machen. Sollte sich Amnesty International Österreich baldig dazu äußern und seinen Besserungswillen kund tun, bin ich auch bereit meine monatlichen Spenden zu verdoppeln.
Meine Forderungen: Amnesty International Verpflegungen für Mitarbeiter nur mehr Fair Trade oder Bio. Amnesty Kleidung(T-Shirts, Jacken etc.) Fair Trade, zukünftige Hardware Anschaffungen entweder Red oder 2nd Hand, Amnesty Publikationen unter Creative Commons Lizenz, Amnesty Software Open Source unter GNU/GPL. Mit der Bitte um ein Statement seitens Amensty International Österreich. Gerne komme ich aus meinem Elfenbeinturm und stehe den AI Mitarbeitern mit Rat und Tat zur Seite.
Ein kleines Update hierzu, das Video in dem die AI und One Aktivist_innen auf der Bühne auftauchen, laut Ö3 war es übrigens “gruselig”…