#Karl vs #Unibrennt 1:0?

Kurz ein Schimmer der Hoffnung auf meiner Twittertimeline, dann wars auch schon wieder vorbei. Klingt jetzt unspektakulär und übertrieben, aber ich glaub wenn ich mich sofort in einen Zug gesetzt hätte wär ich in Wien angekommen im Regen und die Räumung wäre bereits über die Bühne gegangen gewesen.

Kurz die Fakten: Laut meiner Twitter Timeline wurde das Audimax um ca 18:00 besetzt, nachdem davor das Rektorat der Uni Wien kurz besetzt war. Grund für den Radau war, so wie ich das heraus gelesen habe, dass der C1 für Studierende gesperrt wurde, die Schlösser wurden ausgetauscht. Begründung des Rektorats: “Der Bedarf war nicht mehr erkennbar.” Scheinbar hat sich das Rektorat der Uni Wien da aber getäuscht, zumindest war der Bedarf so massiv, dass das #Audimax sowie das #Rektorat kurz darauf gestürmt wurden.

Der “Oberst” der Uni Wien lies aber sofort nach der Besetzung(18:00) durch die Staatsgewalt räumen(ca 19:30). Zur Studienzeit des Rektors hätte es das vermutlich nicht gegeben. Auch im Herbst vergangenen Jahres war das für viele noch unvorstellbar, aber im Jahr 2010 wo das Bildungsministerium in der Starken Hand einer Steirerin ist, ja ich schäme mich, scheint das eine angemessene Handhabe gegen Protest zu sein.

Heute wird die intellektuelle Elite von morgen nieder geprügelt, unsere PolitikerInnen, unsere Rektoren, die heutigen Führungskräfte vergessen, dass die Generation, welche heute per Polizei entfernt wird, wie es in Diktaturen Gang und Gebe ist, bereits morgen das politische Ruder übernehmen könnte.

Und jetzt ein kleiner Ausblick was unsere jetzigen Führungskräfte morgen erwarten könnte. Vielleicht eine Mahnung?

Politiker-Pensionen werden gekürzt und auf ein Mindestmaß reduziert, oder wie wir es nennen werden, an die Leistungen zur aktiven Zeit angepasst. Auch so mancher Uni-Rektor wird die, leider notwendigen, Sparmaßnahmen spüren, da sein Vorgehen als “Machthabender” als undemokratisch eingestuft wird.

Die Führungsriege der ÖVP und SPÖ wird auf Schadensersatz im Namen der Volkswirtschaft verklagt. Die RichterInnen durften zu Ihrer Studienzeiten die unmittelbaren Folgen der Bildungs- und Wissenschaftspolitik jener Verantwortungsträger spüren. Sie mussten andere aus dem Studium kicken um selbst einen Abschluss zu erlangen und werden noch immer von Schuldgefühlen geplagt. Es wird als angemessene Entschädigung empfunden, die Privatvillen und Autos von Faymann, Pröll, Karl, Hahn & Co um zu widmen. So werden aus den Villen selbst verwaltete Studentenheime und aus den Autos Taxis für minder bemittelte Studierende.

Es sei denn, wir vergessen bis dahin was uns widerfahren. Und es geht gleich oder noch schlimmer weiter.

Und was uns auf dem Weg dorthin noch bevor steht? Hunderte klein und kleinst Demonstrationen, Kurzbesetzungen, Proteste und zig-tausende Twitter und Facebook Meldungen. Eine längerfristige Besetzung wie im Herbst 2009 wird es wohl kaum mehr geben, polizeilich wird da vermutlich in Zukunft, nachdem die Hemmschwelle endgültig weg ist, einfach schneller reagiert oder vielleicht wird auch ein beträchtlicher Teil des Uni-Budgets für Sicherheitskräfte ausgegeben, die dafür sorgen, dass keine Studierenden auf den Unis sind.

Mir stellt sich leider die Frage ob ich von meinem Land weiterhin behaupten soll dass es sich um eine Demokratie handelt, ich werde wohl in Zukunft Österreich eher als “eine westliche Diktatur” bezeichnen (müssen).

65 Jahre Demokratie waren genug!

Posted on 10 Mai '10 by , under Bildung, National, Politik. No Comments.

Wozu lernen Schüler? Informatik

Die Frage wurde mir soeben gestellt, zuerst hätte ich sie am liebsten mit “ich weiß es nicht” beantwortet, für einen Lehramtsstudenten und vermeintlichen zukünftigen Lehrer wohl eine etwas dürftige Antwort.

Meine Ansicht diesbezüglich ist leider nicht wir lernen fürs spätere Leben, lernen für den Beruf etc. Sollte ich eines Tages die Tätigkeit eines Lehrenden ausführen und mich eine Lernender fragen wozu er denn hier sitzt oder steht und wofür das ganze denn gut sei, werd ich ihm vermutlich antworten, dass diese Antwort nur er für sich selbst finden kann.

Die meisten Schüler lernen wohl um die Schule abzuschließen. Aber warum sie in die Schule gehen wissen sie wohl selbst nicht. Selbst unter den Studierenden wissen viele keine Antwort darauf warum sie studieren. Und in meinen Augen zählt eine Antwort die Antwort “Damit ich später einen Job bekomme” nicht. Von meinem Standpunkt ist die einzige wahre Motivation um zu lernen die, das erlernte auch anwenden zu können und vor allem das erlernte auch außerhalb des Fachgebietes in dem man es erlernt hat anzuwenden.

Und die Aufgabe eines Lehrenden ist es, den Lernenden auf einem Weg der Informationsverarbeitung zu begleiten, dessen Ziel es ist die Information in Wissen zu verwandeln und es anschließend anwenden zu können. Mit den mathematischen, erlernten Formeln soll man auch Statistiken hinterfragen können. Mit dem Wissen das im Deutsch Unterricht zur Verfügung gestellt wurde soll man Informationen Formulieren können und bei bereits Formulierten Informationen die Wertung erkennen können und hinterfragen.

Die Aufgabe des Informatiklehrenden besteht darin, den Lernenden eine Methodik zum Umgang mit den vorhandenen sowie den noch kommenden Softwares zu ermöglichen. Ein Informatiklehrender hat die Verpflichtung seinen Lernenden die negativen Aspekte sowie die positiven Aspekte von Technologien zu erläutern und dies von einem möglichst objektiven Standpunkt. Ein Informatiklehrender ist angehalten den Lernenden Instrumente mit zu geben, die es ihnen ermöglichen Technologische Umbrüche frühzeitig zu erkennen und deren folgen abzuschätzen. Damit sie ihre Zukunft selbst bereits in der Gegenwart mitbestimmen können.

Posted on 27 März '10 by , under Bildung, National, Politik, Technik. No Comments.

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