Ich ärgere mich ja immer Furchtbar über die Realitätsverweigerung der FPÖler_innen. Denen kann man teilweise Fakten vorlegen und es bleibt trotzdem der Ausländer schuld weil der einfach schuld ist und der HC Strache das sagt. Und wenn man dann noch eine andere Quelle hervorholt und noch eine, es ist egal, die Realität der FPÖler_innen ist nun mal Faktenfrei geschaffen. Sie sind quasi Bildungsresistent.
Den Grünen wird oft vorgeworfen sie könnten sich nicht so ausdrücken dass das Volk sie verstünde, weil ihre Lösungen zu Komplex wären. Oder manchmal wird auch seitens der Grünen diese Argumentation verwendet um Strache Wähler_innen zu rechtfertigen. Wenn ich mir dann aber die Reaktionen der Bundesgrünen auf die Wahlschlappe in der steirischen Landtagswahl ansehe frage ich mich, ob nicht auch die Grünen in ihrer eigenen kleinen heilen Welt leben.
Auf Facebook heißt es um ca 19:30 am Wahltag:
“Vorläufiges Endergebnis laut ORF: 5,3% in der Steiermark, 0,5% dazugewonnen, 3 Mandate im Landtag. Wahlkarten noch nicht eingerechnet. Der Pfeil zeigt nach oben!“
Bitte was? Ein Zuwachs von voraussichtlich 0,5% ist ein Pfeil nach oben? Die Freiheitlichen haben fast 13mal so viel Stimmen dazu gewonnen wie die Grünen, Sie konnten das Wahlergebnis von 2005 mehr als verdoppeln! Selbst das BZÖ hat fast 3 mal so viel Stimmenzuwachs wie die Grünen verzeichnen können. Wo da jetzt der “Pfeil nach oben” zu suchen finden ist ist mir unschlüssig. Die Grünen schafften es nichteinmal alle Stimmenverluste der KPÖ zu kompensieren, also sind die 0,5% Gewinn der Grünen noch immer ein Gesamtverlust für das “Linke Lager” und das dann noch als Erfolg verkaufen ist doch ein wenig übertrieben.
Vor der Steiermark Wahl habe ich euch einmal kräftig in Schutz genommen und Verteidigt, jetzt muss ich leider auch die Grünen einmal kräftig angreifen!
In meinen Augen sollten sich die Grünen jetzt mal an der Nase packen und mal zusehen dass sie aus vergangenen Fehlern lernen. Ich versuche mich ja immer wieder in derartige Institutionen einzubringen, erkenne aber immer, dass wenn mensch mitten drinnen ist schnell den Überblick verliert, daher nun meine Vorschläge für die Grünen.
- Junge SpitzenkandidatInnen
Was mich jedes mal verwundert ist dass die Grünen, eine Zukunftspartei es nicht schaffen junge KandidatInnen an die Front zu hiefen. Hat euch HC Strache nicht schon gezeigt dass der Kontakt zur Jugend wichtig ist? Ich kenne genug 20+ Jährige die bei den Grünen aktiv sind aber gegen Werner Kogler, Eva Glawischnig, Alexander van der Bellen… keine Meter haben. Die Grünen sollten eine junge, dynamische, aktive Partei der Zukunft sein und nicht wie alle anderen eine Gesternpartei, mit KandidatInnen die das Pensionsalter schon fast erreicht haben. Und auch wenn ein_e Kandidat_in jung ist reicht das noch nicht! Ich möchte eine_n Kandidat_in sehen der_die Jugend versprüht!
Seit jeher lassen sich die Grünen als FPÖ Wahlkampfmaschine verwenden. Die verhetzerischen Kundgebungen von HC Strache werden besucht und gestört. Damit spielt man diesen Herren zu! Die bösen Grünen/Linken akzeptieren keine anderen Meinungen. Das Faschismus keine Meinung ist sei erwähnt, aber auße acht gelassen. Und wenn man schon ein Zeichen setzen will, dann sollte soetwas eher im Stile eines Lichtertanzes gegen Rosenkranz stattfinden. Bei einer Strache Veranstaltung versammeln sich dann doppelt so viele “linke” und halten ruhig Kerzen in der Hand, in Gedenken an, die Opfer des Faschismuses rund um die Welt.
Wenn die FPÖ ein Spiel zum Minarettverbot online stellt ignoriert es doch vor der Wahl! Konzentriert euch auf eure Ziele, bündelt eure Kräfte und steckt eure Energie nicht in den Kampf gegen einen Außenfeind!
Bei jedem Wahlkampf den ich bisher verfolgen konnte war die FPÖ noch am ehesten an einem Themenwahlkampf dran, wenngleich das Thema meißt lautete “Ausländer raus”. Alle anderen Parteien und da muss man leider die Grünen miteinschließen werben mit, “Offen Echt Engagiert…”. Liebe Grüne, wenn ihr leute wie mich dazu bewegen wollt euch zu wählen, dann macht Wahlwerbung mit Aussagen. Das österreichische Volk ist nicht dumm, speziell eure Zielgruppe ist nicht verblödet, wir können Lesen und “Offen Echt Engagiert” hat leider keine Aussage über irgend eine Grüne Thematik. Überlasst den Populismus bitte mal den anderen Parteien!
Posted on 27 September '10 by leningratt, under National, Politik. No Comments.
Ich denke ich werde zukünftig vor jeder Wahl einen kleinen Beitrag schreiben warum man genau bei dieser Wahl wählen gehen sollte. Für die Bundespräsidentenwahl 2010 fällt es mir relativ leicht zu Argumentieren. Wenngleich es vielen Menschen wohl Sinn-frei erscheint zu wählen, da für Frau Rosenkranz keine Chance errechenbar ist und dieser Nebenbuhler um den 2. Platz, dieser Gehring scheint selbst Ihr gegenüber Chancenlos zu sein.
Für mich ist es ganz klar, die Pflicht als Bürger wählen zu gehen tritt bei einer Wahl wo ein sogenannter #Kellernazi antritt, der Eidesstattlich erklären muss dass er sich von den Verbrechen der NS distanziert um glaubwürdig zu bleiben bzw. es erst überhaupt zu werden. Anschließend wird dann eine Hetze gegen sie bejammert und eine unkorrekte Fragestellung seitens der JournalistInnen. Spätestens in diesem Moment habe ich als Bürger die Gefahr zu erkennen und muss wählen gehen, allein um die Demokratie, die wenngleich ihre Funktionalität nicht immer gegeben ist doch das höchste unserer Errungenschaften ist.
Ein Freund von mir meinte mal bei einer Debatte über Pazifismus und Nazitum, dass manche Zwecke die Mittel heiligen. Und dass wenn alle sich verhalten würden wie ich und zuschauen und auf Vernunft hoffen, nie etwas passieren würde. Natürlich hab ich ihm da heftigst wiedersprochen, das Recht und vor allem die Vernunft, der Friede, gehen doch irgendwo über alles, oder? Aber, und da kommt nun der springende Punkt, einem dritten Reich sollte frühest möglich gegen gewirkt werden, damit es nie zu Gewalt kommen kann/muss. Soll heißen, eine Bundespräsidentschaftskandidatin Barbara Rosenkranz darf nicht im Ansatz toleriert werden.
Und dieses Vorbeugen kann am ehesten passieren indem ALLE wählen gehen. Dass Gehring und Rosenkranz de facto nicht wählbar sind kann man Ihren Interviews entnehmen, da würde ich bitten selbst zu googeln. Somit bleibt für mich noch ein Wählbarer Kandidat, Heinz Fischer er hat seinen Job auch die letzten Jahre nicht schlecht gemacht. Und sonst bleibt noch immer die Wahlempfehlung der ÖVP, weiß Wählen, das ist übrigens die Farbe der Piratenpartei
Posted on 22 April '10 by leningratt, under National, Politik. No Comments.
Die Gemeinderatswahl ist seit 12:00 in meiner Gemeinde vorüber. Ich habe gewählt, habe auf mein Wahlgeheimnis verzichtet, ist das somit ungültig. Rechtlich bin ich leider nicht dermaßen bewandert um das beantworten zu können. Aber von der Logig her, ich habe ein Recht auf eine geheime Wahl, kann aber darauf verzichten, so wie ich auch auf mein Recht zu wählen verzichten kann, oder?
Bin neugierig was für ein Ergebnis St. Margarethen an der Raab haben wird. Aber vermutlich werden wohl SPÖ und ÖVP sich die Mehrheit teilen und die “Restparteien” werden sich die absolute Minderheit teilen. 4 Parteien standen zur Auswahl in St. Margarethen an der Raab, ÖVP, SPÖ, soviel ist klar, Grüne, das war das Kugerl das ich gesucht habe und an 3. Position fand und dann war da noch eine Partei, die ich aber nicht weiter beachtete, da mit Grün bereits meine suche beendet war.
Als Quelle für aktuelle Infos kann ich in diesem Fall die Kleine Zeitung empfehlen. Ich muss zugeben, mich über Landtagswahlen oder Gemeinderatswahlen noch nie anders als über dieses Medium informiert zu haben. Ab 1500 kann man mit den ersten Ergebnissen rechnen.
Update: Die VP geht als klarer Sieger aus dem Rennen +258(~8%) Stimmen, SPÖ klarer Verlierer mit -131(~7%) Stimmen, die Freiheitlichen verlieren 41(~2%) Stimmen und die Grünen gewinnen 29 Stimmen was knapp einem Prozent entspricht und befinden sich jetzt ganz knapp unter der 10% Hürde. Gratulation an movimenta.org(Markus Meister) sowie das restliche Grüne Team.
Posted on 21 März '10 by leningratt, under National, Politik. No Comments.
Bald ist es soweit, am 21. März diesen Jahres finden Gemeinderatswahlen in der Steiermark statt. Eine Rechtliche Wahlpflicht besteht nicht. Diese wurde 1992 in allen Bundesländern Österreichs abgeschafft. Eine moralische Wahlpflicht besteht in meinen Augen sehr wohl, dieser sind sich leider veile MitbürgerInnen nicht bewusst. Wie ich diese moralische Wahlpflicht begründe?
Seit 1896 besteht ein Wahlrecht für Männer, seit 1907 ein allgemeines Männerwahlrecht und seit 1919 (das liegt noch keine 100 Jahre in der Vergangenheit!) ein allgemeines Wahlrecht für Frauen. Wer seine Vorfahren nicht verachtet und auf ihre Gräber spuckt, der sollte diesen von ihnen gegen die Monarchie und später gegen die Diktatur gewonnen Kampf und das damit vergossene Blut ehren. Derjenige und Diejenige sollten ihren Vorfahren die Ehre erweisen und das Blut das sie vergossen mit Ihrem Kreuz bei freien Wahlen honorieren.
Andere Länder andere Sitten. In vielen Republiken der Erde besteht nach wie vor nicht die Möglichkeit frei zu wählen. Das wohl momentan populärste Beispiel für einen derartigen Missstand ist der Iran. Die Wahlen 2009 im Iran, welche von massiven Manipulationsvorwürfen begleitet waren, sind wohl den meisten noch in Erinnerung. Es mag nun wohl ein wenig lächerlich klingen, wenn ich behaupte wir müssten Wählen um der iranischen Bevölkerung, der iranischen Opposition den Rücken zu stärken, dennoch denke ich, dass eine hohe Wahlbeteiligung bei demokratischen Wahlen in einer demokratischen Republik wohl durchaus als Zeichen für den Willen zur Demokratie gesehen werden können.
Wer sich von keiner der aktiven Parteien angesprochen fühlt, weil die einen zu weit Rechts sind die anderen zu weit Links und die dritten ja eh sowieso nichts ändern, der möge doch von seinem passivem Wahlrecht gebrauch machen. Aber nicht zu wählen ändert nichts! Wer die Zeit dafür nicht hat, sich als Kandidat oder als Partei für eine der Wahlen zu melden, der möge doch zumindest ungültig wählen gehen. Denn wer ungültig wählt teilt der “Herrschenden Elite” mit, dass er/sie nicht mit dem von ihr gestellten Angebot zufrieden ist.
Aber das wichtigste, jedeR der/die nicht wählen geht, möge an seine/ihre Vorfahren denken und sie um Verzeihung für seine Missachtung ihres Kampfes bitten.